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Exkursion der 3. Klasse auf den Könighof

Heute nehme ich Euch mit auf eine Schulexkursion. Anfangs des letzten Septembers hat uns die 3. Klasse der Primarschule Safenwil auf dem Hof besucht.

Ihr Thema war – Ihr könnt es Euch schon denken – der Bauernhof.

Lasst Euch heute also mitnehmen und erlebt: Spannende Momente und unvergessliche Erlebnisse. 😉



Dienstagmorgen

Die letzten Arbeiten im Stall stehen an. Es folgt ein Rundgang über den Hof.

Dabei stelle ich mir Fragen:

 

→ Ist alles vorbereitet?

→ Können sich die Kinder gefahrlos bewegen?

→ Welche Tiere sind heute wie gelaunt?

→ Welche von ihnen ziehe ich heute eng in die Exkursion mit ein?

→ Wie läuft die geplante Zeit ab?

→ Plan B steht und wenn ja wie lautet dieser?

 

Das Wetter ist heute nicht der Hit. Auch wenn nicht viel an Regen angekündigt ist, so gibt’s zwischendurch immer mal wieder einige Schauer. Also nochmal zackig den Wetterradar checken, damit entschieden werden kann, ob wir Plan B in Erwägung ziehen müssen.


feuerstelle_koenighof
Feuerstelle des Könighof

Mittagszeit

Die Spannung steigt! Egal wie oft ich schon Besucher über den Hof geführt habe, auch ich bin jedes Mal sehr nervös.

Die Geschenke für die Kinder werden nochmals durchgezählt und vor Hunden und Katzen sicher verstaut.

Ein letzter Gang zur Feuerstelle erfolgt. Der Kehrichtsack muss noch installiert werden. Eine letzte Kontrolle, ob denn die Sitzgelegenheiten noch schön trocken sind, zeigt ein positives Ergebnis.

Wir sind also bereit!


Die letzten Minuten

Ca. 15 Minuten bevor die Schüler eintreffen werden, hole ich Hofhund Idefix aus dem Haus. Heute habe ich mich entschieden, nur ihn mitzunehmen. Da ich weiss, dass mich gleich eine etwas grössere Kinderschar pro Rundgang begleiten wird, lasse ich Hofhund Spooky im Haus. Sie ist den Trubel noch nicht so gewohnt. Gleichzeitig auf sie aufzupassen, könnte für Unaufmerksamkeiten sorgen. Das muss nicht sein.

 

Gemeinsam mit Idefix gehe ich den Kindern entgegen. Mit ihrer Lehrperson ist abgesprochen, dass sie die Route über Safenwil nehmen. Diese ist zwar etwas steiler, dafür umso kürzer als die anderen Wege.


Es geht los!

Idefix hebt die Ohren nach vorne. Er hört die Kinder bereits. Gespannt warten wir Beide bis wir die ersten Besucher sehen. Und da sind sie schon. Freundlich begrüssen wir uns gegenseitig und Idefix ist innert kürzester Zeit im Zentrum des Geschehens! Ach, wie sollte es auch anders sein. Idefix hat einfach den Jöööööööö-Effekt für sich gepachtet.

 

Als wir vollzählig sind, erkläre ich den Kindern, dass wir nun noch ein kurzes Stück gemeinsam gehen. Dass sie es sich bei der Feuerstelle gemütlich machen dürfen und wir von dort aus in kleineren Gruppen zum Hof gehen werden.

 

An der Feuerstelle angekommen, beginnt die Aufteilung der Kinder zwischen mir und der Lehrperson. Obwohl ich schon viele Besucher über den Könighof geführt habe, ist auch für mich dieses Mal etwas Neues dabei: Ich werde keine Assistentin haben. Heute sind wir „nur“ zu Zweit: die Lehrperson und ich.


Der Hof erwartet uns

Während nun 10 Kinder an der Feuerstelle verweilen, dabei ihr Znüni essen, anschliessend spielen und den Wald geniessen, begebe ich mich mit 9 weiteren Kindern und Idefix auf den Hof. Idefix ist Herr seiner Lage und inzwischen von der Leine losgelassen.

 

Beim Wegeinschnitt bleibe ich stehen. Die Kinder schauen mich mit grossen Augen an. Eines fragt: „Oh, was ist denn?“ Es ist Zeit ihnen unsere 3 Hofregeln mitzugeben:

 

1. Damit alle möglichst viel erleben können, warten wir aufeinander und bleiben zusammen.

2. Damit die Tiere genau so viel Spass wie wir haben, gehen wir langsam und achtsam.

3. Wir denken daran, dass die meisten der Tiere viel besser hören als wir Menschen und so sprechen wir in ruhigem Ton.

 

Alle haben aufmerksam zugehört, dennoch ermahne ich die Kinder, den Rest des Weges leise und ruhig zu gehen, damit das erste Tier unserer Besichtigung, sich nicht versteckt.


Wir sind da

Mit meiner obigen Aussage habe ich das Interesse der Kinder geweckt: Vorsichtig und gespannt wie ein Flitzebogen gehen wir auf den Hofplatz. Die Kinder schauen nach links und bereits ertönt das Erste „so cooooooooool“. Mir ist klar, was sie gesehen haben. Doch wissen sie auch, was das für ein Tier ist?

Meine Frage wird rassig beantwortet und dazu noch absolut richtig: Ein Truthahn!

 

Ab jetzt kommen wir für heute nicht mehr aus dem Jöööö hinaus.

 

Als alle ihre Fotos geknipst haben, dank den heutigen Handys ist das ja kein Problem mehr, geht es weiter in Richtung Kleintierstall. Ein letztes Mal bitte ich die Kinder leise zu sein, wohl im dem Wissen, dass sie das nicht lange einhalten werden können.

 

Nun öffne ich die Türe, lasse sie eintreten und lausche: „Sind die süss!“, „Schau wie Viele“, „kuschelig“, „oh, da sind noch andere“ und einiges mehr ist zu Hören. Nach ein paar Minuten trete auch ich in den Stall ein.


Wir gehen auf Tuchfühlung

Eine Frage, die eigentlich nie gestellt werden müsste, ist: „Möchtet ihr Kaninchen streicheln?“

Denn diese wird ausnahmslos mit einem klaren und kräftigen „Ja“ beantwortet. So auch dieses Mal.

 

Passenderweise gab es in den Sommerferien einen sogenannten Unfall. Die Gehege von Leas Rammler Lars und Elenas Häsin Poppy waren nicht richtig geschlossen. Die Beiden zischten raus und es kam, wie es kommen musste: Poppy gebar 9 kleine Kaninchenmischlinge. 😁

 

Diese Kleinen sind natürlich prädestiniert, um geknuddelt und gestreichelt zu werden. So nehme ich eines hinaus.

Die Kinderschar drängt sich um das kleine Kaninchen und mich. Alle Hände schnellen nach vorne. Ich gehe von Kind zu Kind und gebe jedem die Möglichkeit, das kleine Geschöpf zu berühren.

 

Als ich merke, dass dem Kleinen unwohl wird, gebe ich es zurück in sein Gehege und zurück zu seiner Mutter.

 

Einige der Besucher scheinen enttäuscht. Doch das müssen sie nicht sein – es sind noch mehr Kaninchen da. So kommt jetzt das Nächste an die Reihe.


Nach Fell geht’s zu Gefieder

Langsam verschieben wir uns in den nächsten Teil des Stalles. Eine grosse, leere Holzkiste hat die Aufmerksamkeit der Kinder erlangt. Jetzt erfahren sie, dass dies die Aufzuchtkiste der Küken ist. Jener Küken, die wir hier auf dem Könighof und in Kindergärten und Schulen ausbrüten.

 

Wir schauen uns die Wärmeplatte und Dunkelheizstrahler an. Ebenso die Futter- und Tränkegeschirre.

Und bereits sind die Augen nach Draussen gerichtet: die Hühner wurden entdeckt!

 

Als Erstes fallen den Kindern diese Wuscheldinger auf. Natürlich hat diese Hühnerrasse einen Namen: Pavlov. Wie der Name verrät: kein Schweizer Huhn.

 

Und schon sehen sie, dass es hier Hühner mit Kämmen hat. Ja, das sind die Appenzeller Barthühner. Doch halt: Da sind noch welche mit, hmmm, mit was auf dem Kopf? Gerne erkläre ich, dass es sich hierbei um Appenzeller Spitzhaubenhühner handelt. Wie die Bartlis sind auch die Spitzhauben vom Aussterben bedroht. Das eine trägt einen Kamm auf dem Kopf, das Andere eine Haube, die aus Federn besteht.

 

Natürlich werden auch die schönen Hähne bestaunt. Und eifrig über die unterschiedlichen Grössen diskutiert.


Wir kommen zurück zu Fell und neu zur Wolle

Neugierig wie Kinder sind, haben sie bereits die nächsten Tiere entdeckt: Die Ziegen und Schafe. Als Zwergziege Rilana aufsteht und nach Vorne tritt, um zu sehen was denn hier los ist, rufen einige Mädchen im Chor: jööööööö Baby Ziege!!!

 

„Nein meine Lieben, das ist kein Baby mehr. Das ist Rilana unsere Zwergziege.“ erläutere ich ihnen.

Die Schafe kennen Besucher noch nicht so. Sie sind den Trubel nicht gewohnt und dementsprechend halten sie sich zurück. Bödschgi wird mal wieder mit einem Schafbock verwechselt. Sie ist aber auch wirklich sehr gross für eine Schafmutter.

 

Im Strohhaufen, der neben den Ziegen und dem Schafstall liegt, wälzt sich inzwischen die Jungkatze Schnurrli. Während einige Kinder um sie versammelt sind und mit ihr spielen, buhlt Idefix um die Aufmerksamkeit der jungen Besucher*innen.

 


Es geht weiter

Langsam tickt die Uhr, denn die nächste Gruppe möchte ebenfalls auf den Hof. So gehen wir gemeinsam hoch in den Mutterkuhstall. Die Herde ist draussen. Im Moment ist das Wetter gerade angenehm freundlich. Ich fordere die Kinder auf Heu, in die Futterkrippe zu geben und gleichzeitig rufe ich nach den Kühen.

 

Heute sind sie gnädig, denn sie erheben und bewegen sich in Richtung Stall.

Die Kälbchen springen, dass dies die Kinder verzückt, steht ausser Frage. Jetzt gehen die Diskussionen um Rassen, Grössen und Farben los. Und dabei wird fleissig weiter gefüttert und gestreichelt.


Der Wechsel

Nun ist es allerdings definitiv an der Zeit. Die nächste Kinderschar möchte die Tiere auch erleben. Während ich die erste Gruppe wieder zur Feuerstelle führe, macht sich die Nächste bereit.

 

Der Ablauf ist ähnlich, wie auch die Fragen der interessierten Besucher*innen. Kurz bevor der zweite Rundgang beendet ist, fängt es wieder an, heftig zu Regnen. Mit der Lehrperson bin ich so verblieben, dass sie in diesem Falle, mit den Kindern auf den Hof kommt. Schon sehe ich sie.

 

Nun ist Improvisation angesagt! Gemeinsam gehen wir (noch einmal) in den Kuhstall und die Lehrperson greift spontan das letzte Schulthema auf: Rinderrassen! Auch für mich ist das spannend und lehrreich.


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Abschied

Der Abschied naht

Es wird Zeit. Die Schüler*innen müssen zurück zum Schulhaus. So versammeln wir uns ein letztes Mal auf dem Hofplatz. Zum Dank kriegen Idefix und ich ein Ständchen gesungen. Wie schön!

 

Auch vom Könighof gibt es ein Dankeschön: Ein gefülltes Säckchen - einige Informationen zu den Themen Landwirtschaft, Tieren und Lebensmittel, ein Bleistift, Kleber, Malbuch und natürlich auch was zu Knabbern. Ich habe mich für ein Rüebli (Karotte) entschieden.

 

Als jedes Kind und die Lehrperson ihr Dankeschön erhalten hat, müssen wir uns verabschieden. Idefix findet das alles Andere als toll. Und auch einige der Kinder würden am Liebsten bleiben.

 

Doch wie heisst es: Wenn 's am Schönsten ist, soll man gehen. So sagen wir uns auf Wiedersehen!


Ich liebe es, Kindern und Erwachsenen die Natur und Tierwelt wieder ein Stück näher zu bringen.

In der selben Zeit, in der ich viel Wissen weitergebe, kann auch ich selbst unendlich viel Lernen und mitnehmen. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Gerne nehme ich auch Euch mit auf eine spannende Reise. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr als Schulklasse, Verein oder Familie kommen mögt. Meldet Euch bei uns via Telefon oder Email und dann besprechen wir die Möglichkeiten und den Ablauf.

 

Seid herzlich willkommen!



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Kommentare: 2
  • #1

    Christine Lindner (Sonntag, 12 November 2017 00:38)

    Dein spannender Bericht macht wirklich Lust auf einen Besuch bei euch. Vielen Dank. Und wenn ich nicht schon da gewesen wäre, wäre jetzt die Zeit für einen ersten Besuch.
    HERZLICHE Grüsse zu euch auf den Könighof

  • #2

    Könighof - Nadja Rothenbühler (Montag, 13 November 2017 17:54)

    Hallo liebe Christine
    Danke für Deinen Kommentar - Du weisst, Du bist jederzeit herzlich willkommen!
    Sonnige Grüsse Nadja

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